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September 2010 präsentierte KunstRäume:

Der Schutzraum

Ein Bunker? Gelegen an einem Platz, so exponiert wie kaum ein Platz sonst in Leipzig? Zehntausende Menschen passieren täglich diesen Ort, an dem die Nationalsozialisten 1943 eine weitere Spur ihres Krieges legten: einen unterirdischen Raum, umgeben von Stahlbeton, der im Falle eines Angriffs hunderte Leipziger vor anglo-amerikanischen Fliegerbomben schützen sollte.

Dem Hinweis eines Zeitzeugen ist es zu verdanken, daß „KunstRäume“ diesen Raum wiederentdeckt – just in einer Zeit, da sich die Leipziger über die Neugestaltung des Terrains am Richard-Wagner-Platz streiten. Dabei scheiden sich die Geister vor allem an der Frage, wie mit einem der berühmtesten Kaufhäuser Ostdeutschlands umzugehen sei, dem ehemaligen Konsument-Warenhaus, im Volksmund „Blechbüchse“ genannt.

Zu diesem Gebäude, am Rande eines Bauplatzes nur noch als Rudiment zu erkennen, steht der Wagner-Bunker in einem seltsamen Verhältnis: hier ein Zeugnis aus Kriegs- da ein Zeugnis aus Friedenszeiten, hier Verkriechen in die Erde, da Herauswachsen aus ihr.

„KunstRäume“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Spannungsverhältnis zu erkunden, um so einen historisch äußerst wechselhaften Raum in der Stadt wieder zurück in das kollektive Bewusstsein zu holen. Besondere Schwierigkeit dabei: für die Öffentlichkeit ist der Bunker aus Sicherheitsgründen gesperrt. Erstmals mußte „KunstRäume“ so nach Mitteln suchen, real-historischen Raum einem Publikum virtuell zu erschließen.

Ergebnis ist eine Dokumentar-Collage in einem temporären Raum auf dem „Dach“ des Bunkers. Die Schau spielt kunstvoll mit Assoziationen zu den Begriffen „Schutz“ und „Schutzraum“, läßt zugleich teilhaben an der realen Erkundung einer beklemmenden Stimmung in den gefluteten Bunker-Räumen Anfang dieses Jahres. So wird er aus der Vergangenheit in die Gegenwart geholt und in seiner ursprünglichen Absicht vielfältig hinterfragt: „Der Schutzraum“.

Mitwirkende Künstler:
- René Blümel
- Hein-Godehart Petschulat
- Manuel G.Richter (xabec)

Download Flyer (740 KB) pdf

Wir danken für die Unterstützung: