KunstRäumeLeipzig

GRANDHOTEL
ABGRUND

Die verschwundenen Bilder

30.Sep / 2016 / 18:00h

HOTEL ASTORIA,
EINGANG RINGSEITE,

Der Phantomschmerz des Hotel Astoria: Grand Hotel, Begegnungsort der Systeme, schließlich nur noch Teil eines Immobilienpakets.
KunstRäume Leipzig füllt für einen Abend den Vorplatz unter der Leuchtreklame mit neuem Leben.

Bar, Beats, Begegnungen und Bilder – die Leipziger werden Teil einer lebendigen Performance zu den Themen unserer Zeit.

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Grandhotel Abgrund*:

Die verschwundenen Bilder

Seit 1999 widmet sich KunstRäume Leipzig e.V. immer wieder verschwundenen Orten, sogenannten „Lost Places“. Mit dem Hotel Astoria steht in der diesjährigen Performance ein Bauwerk im Fokus, dessen zentrale Lage im Herzen der Stadt kaum einen Leipziger unberührt lässt. „Astorianer“ zu sein erfüllt die Belegschaft bis heute mit Stolz und Wehmut gleichermaßen. Seit fast zwanzig Jahren steht das einstige Grandhotel leer – Zukunft ungewiss.


In den zwanziger Jahren erlebte das Haus seine Glanzzeit, war später Vorzeigeobjekt der DDR, wenn sich in den ehrwürdigen Hallen Vertreter aus aller Welt versammelten. Prestige und Weltbild des jungen Staates spiegelten sich auch in der Einrichtung des Hauses. So hingen ab 1958 im Speisesaal fünf großformatige Bilder von Werner Tübke: die fünf Kontinente. Nach Schließung des Hotels brachte man die Bilder nach Bad Frankenhausen ins Panorama-Museum. Die Rahmen blieben als Leerstellen an der Wand zurück, was dieFotografin Margret Hoppe 2007 in ihrer Arbeit „Die verschwundenen Bilder“ thematisierte.


Die fünf Kontinente spielen auch in der Performance von KünstRäume Leipzig e.V. die Hauptrolle. War das Thema von Tübkes Bilderzyklus noch die Gegenüberstellung von der Lebenswelt der Menschen im Kapitalismus zur Utopie des Sozialismus, so hat sich der Konfliktpunkt heute verschoben. Auf allen fünf Kontinenten ist der Umgang mit begrenzten Ressourcen im Angesicht des ungebremsten Wachstums unserer Art in den Mittelpunkt gerückt. Eine unkontrolliert wachsende Menschheit dringt bis in den letzten Winkel des Planeten vor und riskiert den Verlust von Lebensraum bis zur eigenen Entwurzelung.


An der zehn Meter langen Bar, die für einen Abend auf dem Vorplatz des Hotel Astoria errichtet wird, sollen die Kernfragen zusammengeführt werden. Die verschwundenen Bilder werden mit neuem Leben gefüllt – aus der Welt von heute. Der rote Teppich wird noch einmal ausgerollt, das Phantom-Hotel Astoria mit Musik aus allen Kontinenten belebt. Echte Menschen sollen sich wieder an diesem Sehnsuchtsort unter der Leuchtreklame des Astoria begegnen, Gespräche zwischen Fremden und Bekannten um Vergangenes, Gegenwart und Zukunft kreisen. Die Leipziger sollen Teil der Installation werden und die Geschichte des Astoria für einen Abend fortschreiben. Als Schaufenster in die Welt und Treffpunkt für alle.


* nach Georg Lucasz, Frankfurter Schule

  • Datum:
    Freitag, 30. September 2016, 18.00h
  • Ort:
    Hotel Astoria, Eingang Ringseite
  • Sponsoren:
    WEISENBURGER
    Rothkegel
    Fankhänel & Müller
    Drees & Sommer
    Thamm & Partner GmbH
    Weis + Volkmann
    kalkof Architektur  
    Müller-Wolff Interior
    Grundmann Häntzschel Rechtsanwälte
    Uwe Frauendorf, Fotografie
    puder+consortio, Kommunikationsdesign
    Culturträger
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